Mein Konzept erweitert sich: Sand, Farbe, Pigmente, Metallgrund, Patina, das sind nicht einfach Materialien. Die Veränderung findet nun direkt im Werk statt. Das Material macht gewissermaßen dasselbe durch wie der Mensch: Es altert, reagiert, verwandelt sich. Mich interessiert die Übersetzung innerer emotionaler Prozesse in physische Materialveränderungen. Oxidation, Erosion, Schichtung und chemische Reaktionen werden zu sichtbaren Spuren von Erinnerung, Transformation und Verarbeitung.
Durch Schichtung, Verdichtung und den Einsatz verschiedener Oxidations- und Patinierungsverfahren entstehen Oberflächen, die sich zwischen Malerei, Relief und materieller Transformation bewegen. Eisen entwickelt Rostspuren, Kupfer bildet türkisfarbene Patina, metallische Flächen verändern ihre Erscheinung durch chemische Reaktionen. Diese Prozesse sind nicht nur gestalterische Mittel, sondern Teil des künstlerischen Konzepts.
Die Werke zeigen damit nicht allein Zeit, sie machen Zeit sichtbar. Vergänglichkeit, Veränderung und Wachstum passieren unmittelbar auf der Oberfläche. Jede Oxidation hinterlässt ihre
eigene Spur und macht den Entstehungsprozess nachvollziehbar.
Der Sand erzählt von Millionen Jahren Vergangenheit. Die Metalle zeigen die Veränderung der Gegenwart. Gemeinsam machen sie Zeit nicht nur sichtbar, sondern materiell erfahrbar.